Berufsbeschreibung

Berufsbeschreibung Fotograf/Fotografin

(nach Heft "Fotografen", hrsg. vom Centralverband Deutscher Photographen, Deutscher Handwerkskammertag)

Die Fotografie ist, gemessen an anderen Handwerkszweigen, ein junger Beruf. Im Jahre 1839 hat der Franzose Daguerre der Akademie der Wissenschaften in Paris, als erster, seine Erfindung demonstriert, ein mit optischen Mitteln hergestelltes Bild endgültig chemisch dauerhaft festzuhalten.

Als erste waren es Porträtisten, die sich der Fotografie bedienten, die Ateliers eröffneten und der Malerei ähnliche Bilder schufen. Doch bald wurden, begünstigt durch bessere Verfahren und eine Vielfalt neuer Techniken, eine Fülle weiterer Aufgaben für dieses neue Medium erkannt und angewendet. Die Schwarz-Weiß-Fotografie und die Farb-Fotografie in all ihren differenzierten Techniken, haben eine in der Präzision der fotografischen Wiedergabe, in Schärfeleistung und Farbe kaum zu überbietende Vervollkommnung erfahren.

Sie ermöglichen in den Bereichen der Aufnahmetechnik hervorragende gestalterische Leistungen auf allen Gebieten der Fotografie und des Films, insbesondere in Werbung, Industrie und Dokumentation.

Heute ist das fotografische Bild vom Amateurbild über den Druck bis hin zum Fernsehbild, das allumfassende Kommunikationsmittel unserer Gesellschaft.

Daraus ergeben sich im Bereich der professionellen Fotografie viele Spezialgebiete, die sich in ihren Betriebsstrukturen und Arwendungsbereichen erheblich unterscheiden.

Sie lassen sich etwa wie folgt einteilen:

  • Porträt-Studios
  • Spezialstudio für Möbelfotografie
  • Spezialstudio für Speisenfotografie (food)
  • Spezialstudio für Modefotografie
  • Spezialstudio für Industriefotografie (Geräte, Maschinen etc.)
  • Studios und Labors in der wissenschaftlichen Fotografie (Medizin, Forschung)
  • Bildjournalisten
  • Filmstudios
  • Videostudios

Die Größen dieser Betriebe sind ebenso vielfältig und gehen vom Einmannbetrieb bis zu ca. 200 Mitarbeitern.

Die Ausbildung zum Fotografen soll in der größtmöglichen Breite erfolgen, die Spezialisierung erst später. Wer heute Fotograf/Fotografin werden will, muß in der Regel Fachoberschulreife (mittlere Reife) oder auch Abitur haben. Notwendig sind eine gute Allgemeinbildung, gute Umgangsformen, dynamisches Auftreten, einwandfreies Schärfe- und Farbsehen, technisches Verständnis für die Handhabung der Aufnahmekameras, für der Einsatz der Beleuchtungsanlagen sowie die Handhabung von Laborgeräten und Entwicklungsmaschinen und natürlich Grundkenntnisse in der EDV. Gleich wichtig und wesentlich ist der Sinn für Ästhetik und bildmäßiges Gestalten, vor allem Interesse und Aufgeschlossenheit gegenüber dem Medium Fotografie.

Es muß die Fähigkeit entwickelt werden, fotografisch zu sehen, die Menschen und unsere gegenständliche Umwelt attraktiv darzustellen. Wer heute Fotograf/-in werden will braucht Phantasie und Kreativität, denn neben der handwerklichen Beherrschung der fotografischen Techniken ist eine individuelle Sehweise und ihre Umsetzung wesentlicher Teil der fotografischen Arbeit.

Der Beruf ist vielfältig und abwechslungsreich, setzt aber hohe Flexibilität, Aktivität, Eigeninitiative, psychologisches Einfühlungsvermögen sowie die Beschäftigung mit Kunst und Kultur in allen Bereichen voraus.

Zur Fotografie gehört aber auch zu lernen, im Team zu arbeiten. Die Freude an der Fotografie, die enge Verknüpfung zwischen künstlerischen, technischen und handwerklichen Fertigkeiten ist ein wesentlicher Aspekt dieses Berufes.

Die Bandbreite der Möglichkeiten, das für sich geeignete Feld herauszusuchen, ist außergewöhnlich groß. Folgende Möglichkeiten ergeben sich:

  • Porträt
  • Architektur + Landschaft
  • Produktfotografie (still)
  • Speisefotografie (food)
  • Mode-Fotografie
  • Industrie-Fotografie
  • Theater-Fotografie
  • Luftbild-Fotografie
  • Mikro-, Makro-Fotografie
  • Medizinfotografie
  • Wissenschaftsfotografie
  • Astro-Fotografie
  • Kriminalistikfotgrafie
  • Bildjournalismus
  • Reisefotografie

Man kann später auch Tätigkeiten in der Film- und Videoproduktion übernehmen oder sich zum Spezialisten für digitale Bildbearbeitung entwickeln.

Wer nach der Gesellenprüfung eine darauf aufbauende Ausbildung anstrebt, kann die Meister-Ausbildung beginnen oder kann an einer Fachhochschule Foto-Design oder Foto-Technik (Ingenieurstudium nur in Köln) studieren, wenn dafür die Voraussetzungen vorliegen (FH-Reife).

(nach Heft "Fotografen", hrsg. vom Centralverband Deutscher Photographen, Deutscher Handwerkskammertag)

__Küchenbesteck____
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